Alternativen zum K1

K1 hat in den letzten Jahren durch diverse Übertragungen von Wettkämpfen im Fernsehen einen ungeheuren Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad erworben. K1 selbst stellt dabei kein eigenes Kampfsportsystem dar, sondern beschreibt in erster Linie ein Regelwerk, welches es unterschiedlichen Kampfsportarten ermöglicht, gegeneinander anzutreten. Ursprünglich wurde es in den 80er Jahren in Japan erfunden und tritt seitdem seinen Siegeszug an. Der Höhepunkt der Wettkampfsaison und somit der Weltmeistertitel der Schwergewichte wird im jährlich stattfindenden K1 World Grand Prix Finale im Tokio Dome ausgekämpft.

Das Regelwerk ist umfassend und gleicht in einigen Punkten dem des Boxens und Kickboxens. Im Gegensatz zum klassischen Muay Thai sind beispielsweise keine Würfe oder Angriffe mit Ellbogen erlaubt. Unter der Gürtellinie darf nur mit Lowkicks zum Oberschenkel oder mit Fußfegern attackiert werden. Nicht erlaubte Zonen am Oberkörper beinhalten vor allem Rücken und Hinterkopf. Als Techniken werden hauptsächlich die des klassischen Boxens und Tritte aus traditionellen asiatischen Kampfsportarten angewendet. Ein angeschlagener Gegner am Boden darf nicht weiter attackiert werden. Hebel-, Würge- und sonstige Haltetechniken sind ebenfalls aus dem Regelwerk ausgeschlossen.

Grundsätzlich sind also alle Kampfsportarten, die das Training von Schlag- und Tritttechniken beinhalten, geeignet, sich in diesem Wettkampf zu stellen. Viele Teilnehmer kommen aus den Sportarten Kickboxen, Muay Thai, Taekwon-Do oder auch Karate. Es gibt sogar Boxer, die sich dem Wettkampf stellen, aber meist aufgrund fehlender Beintechniken nicht erfolgreich sind. Kämpfer aus den Disziplinen Kickboxen und Muay Thai beherrschen überwiegend die Szene der erfolgreichen Sportler, da ihr Training von Anfang an Schwerpunkte auf Fußtechniken und ebenso Boxtechniken legt. Auch der Umgang mit Lowkicks sollte Bestandteil des Trainings sein. Dies gilt besonders für die Abhärtung der Oberschenkelmuskulatur und die richtige Verteidigung von Lowkicks. Gerade Kämpfer, die dieses Training nicht gewohnt sind, scheitern oft an den immer wieder erfolgenden Angriffen auf den Oberschenkel. Auch hier bieten Kickboxen und Muay Thai die besten Voraussetzungen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und so gibt es auch einige Beispiele erfolgreicher Kämpfer aus besonderen Karate Stilrichtungen. Hier sei insbesondere das Seidokan oder Kyokushinkai erwähnt.

Allen Wettkämpfern gemeinsam ist jedoch im Vorfeld ein hartes Training nach modernen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und spezifischen Übungen aus den jeweiligen Stilrichtungen.

Copyright © 2012, Jodell - Kampfsport-Portal. All Rights Reserved.