Alternativen zum Taekwondo

Der Begriff des Taekwon-Do tauchte erstmals in den 50er Jahren auf. Das System wurde vom koreanischen General Choi Hong Hi entwickelt. Heute organisiert sich Taekwon-Do hauptsächlich in zwei großen Weltverbänden der ITF und der WTF und einigen weiteren Untergruppierungen, deren Einfluss jedoch nicht allzu groß ist.

Das Kampfsportsystem Taekwon-Do setzt sich aus verschiedenen Übungen zusammen, dazu zählt Formenlaufen, Partnerübungen mit simulierten, stilisierten Angriffen und Verteidigungen, Selbstverteidigung in realen Situationen, Bruchtests und freier Kampf.

Die jeweiligen Einzeltechniken der beiden Taekwon-Do Stile ähneln sich zwar stark, beide Systeme im Gesamten unterscheiden sich dennoch maßgeblich. Die 24 Formen, ähnlich der aus dem Karate bekannten Kata, hier jedoch Tul oder Poomse genannt, deren Erlernen eine Grundvoraussetzung für die nächste Gürtelstufe ist, sind nicht identisch. Zwar ähneln sich einzelne Technikfolgen und die Schwierigkeitsgrade, dennoch unterscheiden sich die Formen in ihrer technischen Zusammensetzung. Partnerübungen wie Selbstverteidigung und Modellsparring sind relativ ähnlich. Der freie Kampf unterscheidet sich wiederum erheblich voneinander. Das heute olympische WTF Taekwon-Do wird im Vollkontakt durchgeführt. Zum Schutz des Oberkörpers werden ausschließlich eine Weste und ein Kopfschutz getragen und Handtechniken zum Kopf sind verboten. Kämpfer tragen weder Boxhandschuhe noch Fußschützer. Die Art des freien Kampfes ist hier am ehesten mit einigen Karatestilen zu vergleichen. Der ITF Stil trägt Wettkämpfe im Leichtkontakt aus und Boxtechniken zum Kopf sind erlaubt, da die Kämpfer Boxhandschuhe tragen. Ebenso ist ein Fußschutz obligatorisch. In der Ausführung der Wettkämpfe gleicht das Regelwerk eher dem einiger Kickboxverbände mit der Ausnahme, dass keine Seitwärtshaken oder Techniken unterhalb der Gürtellinie erlaubt sind. Auch das Kampftraining kommt Elementen des Kickboxens sehr nahe. Jedoch wird beim Taekwon-Do ein Schwerpunkt auf Tritttechniken gelegt, die meist variabler und flexibler eingesetzt werden.

Die Selbstverteidigungstechniken sind sehr direkt und nutzen Schlag- und Trittelemente verbunden mit Hebeln, die auch in vielen anderen Kampfsportarten zu sehen sind. Techniken, die auch aus dem Ju-Jutsu bekannt sind, trifft man im Taekwon-Do an.

Auch wenn es in der Geschichte Koreas verschiedene Kampfsysteme gab, so ist heute eindeutig zu sehen, das Taekwon-Do nicht hieraus entwickelt wurde. Die genutzten Elemente gleichen viel eher Techniken aus Karatestilen. Besonders das verbreitete Shotokan Karate weist in Bezug auf genutzte Techniken große Ähnlichkeiten zum Taekwon-Do auf.

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