Capoiera

CapoieraCapoiera ist eine Kampfkunstart, auf als Kampftanz bezeichnet, die aus Brasilien stammt. Diese Kampfkunst kommt ursprünglich aus Afrika und basiert auf dem Nígolo (Zebratanz). Wärend der Kolonialzeit wurden viele afrikanische Sklaven nach Brasilien verschifft und dadurch entstand diese neue Art der Kampfkunst. Heutzutage unterscheidet man zwischen 2 Arten von Capoiera: Dem alten Capoiera Angola und dem neueren Capoiera Regional. Jedoch wird heute fast nur mehr das Capoiera Regional ausgeführt.

Capoiera ist inhaltlich in 3 Teile gegliedert: dem Kampf selbst, der Musik und der "Roda", also der Rahmen, in der der Kampf ausgetragen wird. Die Roda besteht aus einem Kreis aus den Kämpfern, den Capoeristas, und den Musikern. Zwei der Capoeristas kämpfen jeweils, den Kampf selbst nennt man jedoch Spiel. Zu der Roda selbst gibt es einige Regeln, die aber nicht aufgeschrieben sind und sich sehr unterscheiden. Den Capoierostas werden dies Regeln nach und nach im Training und auch im Spiel erklärt.

Capoiera ist eine Kampftechnik, die sich sehr von anderen Kampfkünsten unterscheidet, Ästethik, Akrobatik und extreme Flexibilität spielen dabei eine große Rolle. Auch die traditionelle Musik, häufig noch aus der Zeit der Sklaverei, macht diese Kampfkunst einzigartig. Das zentale Element des Capoiera ist Malícia, was in portugiesisch soviel wie Schläue oder Kriegslust bedeutet. Malícia im Kampf meint, dass man dem Gegner ein falsches Bild seiner Künste vermittelt und sich sehr schwach gibt, jedoch im entscheidenden Moment seine Deckung aufgibt und blitzschnell angreift. Im Capoiera ist also nicht die pure Kraft entscheidend, sondern Taktik und der sachliche Überblick über das Spiel. Dadurch gibt es auch eher schwächliche Meister, die nur wenige Techniken beherrschen, dieses Manko jedoch mit Taktik und Intelligenz ausmerzen.

Die Techniken des Capoiera werden in sechs Gruppen eingeteilt: die tödlichen Schläge (Mortais), die Betäubungsschläge (Traumazitantes), die Würfe (Desequilibriantes), die Ausweichbewegungen (Esquivas), die Fluchtbewegungen (Fugas) und die Ausschmückungen (Floreios), die dazu beitragen das das Spiel interessant und spannend bleibt. Alle dieser Techniken werden aus dem Ginga, der Grundbewegung des Capoiera, heraus ausgeführt.

Grundsätzlich ist Capoiera eine sehr interessante und und akrobatische Kampfsportart, mit viel Musik und Tanz. Jedoch muss man, wenn man sie wirklich gut beherrschen will, viel Disziplin und Härte mitnehmen, da man bei diesem Sport nie auslernt und auch harte Schläge, psychisch sowie auch physisch, erdulden muss.

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