Die Geschichte des Schattenboxens

Im chinesischen wird das Schattenboxen auch Tai Chi Chuan genannt, was so viel bedeutet wie höchstes Prinzip der Faust.

Das Schattenboxen stammt ursprünglich aus dem China des 13. Jahrhunderts und ist eine Mischung aus Kampfkunst und Sitzmeditation. Als Begründer wird Chang San Feng genannt, der sich von den Bewegungen des Kranichs und der Schlange inspirieren ließ. Er wollte eine Selbstverteidigung entwickeln, die nicht auf körperliche Stärke, sondern auf Kraft und geschmeidiges Ausweichen beruhen sollte. Zudem sollte dabei ein gesundes Chi, die Lebensenergie, zum fließen kommen.

Über viele Jahrhunderte wurde das Schattenboxen heimlich, hauptsächlich in Nordchina, praktiziert und nur vom Vater zum Sohn weitergegeben. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts lernte der Oberbefehlshaber der kaiserlichen Garde, Meister Yang Lu Shan, Tai Chi kennen und brachte es den Soldaten bei.

Erst jetzt verbreitete sich diese Art Kampfkunst auch unter Kampfkünstlern. Es entwickelten sich 3 Hauptrichtungen, die jeweils nach ihren Gründern benannt wurden, Chen, Yang und Wu.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Technik durch Meister Yang Chen Fu, einem Enkel Lu Shans, aus der Familienform heraus vereinfacht und von seinem Schüler Cheng Man Ching zu einer gesundheitlichen Übung für alle Menschen umgeformt. Die Anwendung als Kampfkunst blieb jedoch erhalten. Ende 1960 schwappte die Tai Chi-Welle in die USA und nach Europa über. Die erste Schule von Großmeister Cheng Man Ching für Tai Chi wurde in New York eröffnet und ermöglichte es nun auch Nicht-Chinesen, diese Art Kampfkunst zu erlernen.

Die Studenten von Großmeister Cheng Man Ching, Meister Benjamin Pang Jeng Lo, William C.C. Chen und noch einige andere seiner Studenten lehrten seitdem tausenden von Schülern den Yang Stil, der damit zu dem erfolgreichsten und weltweit bekanntesten der drei Stilarten avancierte.

Für viele Menschen der westlichen Welt ist Tai Chi schwer zu verstehen, die Übungen sind komplex und nicht leicht zu erlernen. Genau wie beim Yoga wird sowohl der Körper als auch der Geist als eine Einheit angesehen, in der auf vorbestimmten Bahnen das Chi, die Lebensenergie, fließt. Beides sollte sich im Gleichgewicht befinden. Ist dies nicht der Fall, entstehen Krankheiten. Tai Chi hilft dieses Gleichgewicht herzustellen und zu erhalten.

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