Dim-Mak zählt zu den inneren Kampfkünsten, die auf der Idee basieren, dass Hartes durch Weiches besiegt werden kann. Der Übende lernt seinen Energiefluss (Qi) wahrzunehmen und schließlich zu kontrollieren. Mit dem zusätzlichen Wissen um den Blutkreislauf des Körpers, sowie dem Nervensystem und deren Beeinflussung, ist der Praktizierende in der Lage Nervenpunkte (auch Vitalpunkte genannt) des Gegners anzugreifen und negativ zu stimulieren. Sie entsprechen den Akupunktur-Punkten der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und haben je nach Stimulierung unterschiedliche Auswirkungen, die von kurzzeitigen Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod des Gegners reichen.
Geeignet ist die „Kunst der tödlichen Berührung“ für schwächere Jugendliche oder Erwachsene und ältere Personen mit Verantwortungsbewusstsein. Wer sich in erster Linie für die Schädigung seiner Mitmenschen begeistert, dürfte schnell das Interesse an dieser Kampfkunst verlieren, da Schüler zunächst nur die Heilmethoden vermittelt bekommen. Kindertraining im Dim-Mak gibt es nicht. Die Verletzungsgefahr ist groß, sodass man Kindern diese hohe Form der Selbstverteidigung nicht zumuten darf.
Wie bei jeder anderen Kampfkunst auch, spielt das Training im Dim-Mak eine zentrale Rolle. Generell gilt: Je öfter, desto besser. Diese Aussage ist nur bedingt richtig. Um Erlerntes zu festigen ist das theoretische Studium in den eigenen vier Wänden sehr zu empfehlen. Wer aber meint, auch die Praxis zu Hause erlernen zu können, wird früher oder später enttäuscht – Bücher ersetzen keine guten Lehrer. Es macht durchaus mehr Sinn eine seriöse Schule zu besuchen, statt in Medien, mit Titeln wie "Lernen Sie Dim-Mak in 30 Tagen", zu investieren. Vereine bieten oft ein kostenloses Probetraining an, die dem Neuankömmling erlauben, sich ein erstes Bild von seiner Trainingsumgebung zu verschaffen. Insgesamt ist die Motivation beim gemeinschaftlichen Üben auch um ein vielfaches höher, als sich allein zu Hause mit Do-It-Yourself-Nachschlagewerken zu beschäftigen.