Escrima

EscrimaFliegende Stöcke
Escrima ist eine philippinische Kampfsportart, die überwiegend den Umgang mit Waffen schult, aber auch auf waffenlose Techniken angewendet werden kann. 2010 ist sie sogar zum Nationalsport auf den Philippinen erklärt worden und wird seitdem an normalen Schulen offiziell unterrichtet.

Beim Escrima unterscheidet man je nach Meister zwischen sehr vielen Stilen, die aber nicht grundsätzlich sehr verschieden sind. Man findet diesen Sport auch noch unter den Bezeichnungen Arnis und Kali. Die Geschichte des Escrima geht weit zurück. Besonders während der Zeit spanischer Besatzung hat sich Escrima im Untergrund weiter entwickelt und perfektioniert. Die spanischen Besatzer duldeten bei den Einheimischen keine Klingenwaffen und kein Training von Kampfkünsten mehr, weil ihnen die davon ausgehende Gefahr bewusst war. Im Untergrund übte man jedoch ständig weiter und ahmte Bewegungen des Stockkampfes in Tänzen nach. Die Klingenwaffen wurden manchmal durch unscheinbare Stöcke ersetzt.

Ebenso wird heute beim Training in der Regel ein Rattanstock genutzt, der aber als Sinnbild für eine Machete oder ein kurzes Schwert steht. Im Escrima stehen Waffentechniken mit Stöcken, Messern, stumpfen Hiebwaffen und anderen Hilfsmitteln im Vordergrund. Es wird die Verteidigung in verschiedenen Kombinationen gegen die gängigen Angriffsarten mit Messer oder Schlaginstrumenten geübt. Während des Nahkampfes kommt es auch zu waffenlosen Kampftechniken bei denen Faust, Ellbogen oder auch Hebeltechniken eingesetzt werden. Im Fortgeschrittenen Stadium sind die Prinzipien der Waffentechniken teilweise auch auf die Verteidigung ohne Waffen zu übertragen. Besonders realistisch unter Alltagsbedingungen ist Escrima, weil es auch Gebrauchsgegenstände wie eine zusammengerollte Zeitung, Schlüsselbund oder sogar Kugelschreiber in Verteidigungkonzepte einbezieht.

Die Kampfkunst ist für Männer und Frauen unterschiedlichen Alters gleichermaßen geeignet. Da Waffentechniken geschult werden, muss das Einstiegsalter individuell beurteilt werden. An vielen Schulen findet das Training zweimal die Woche statt, was ideale Voraussetzungen darstellt, um auch die nötigen Fortschritte zu machen. Viele Escrima Bewegungsabläufe können an trainingsfreien Tagen alleine praktiziert werden, um sich weiter zu verbessern. Auf die grundsätzliche Anleitung und Überprüfung eines erfahrenen Trainers ist jedoch unbedingt zu achten. Gerade beim Thema Waffentechniken kommt es auf eine fundierte Ausbildung an, die einem die nötige Sicherheit in einer realen Situation vermitteln soll. Von einem ausschließlich selbständigen Training nach Büchern oder Videos ist hier dringend abzuraten.

Copyright © 2012, Jodell - Kampfsport-Portal. All Rights Reserved.