Gürtel, Meister, Dan im Schattenboxen

Das Schattenboxen ist nicht nur bei Profiboxern eine beliebte Trainingsform und dient dem Muskelaufbau sowie der Verbesserung der eigenen Technik. Schattenboxen kann sowohl professionell als auch frei betrieben werden, jedoch sollte es nicht unterschätzt werden: Bei Missachtung wichtiger Grundlagen kann das freie Schattenboxen schwerwiegende Folgen für die Gelenke nach sich ziehen. Hier wird nun erläutert, welche Wege es gibt, sich gesundheitsbewusst weiterzubilden und welche Stufen dabei durchlaufen werden.

Schattenboxen, auch Taijiquan bzw. Taiji genannt, ist eine sehr freie Form des Kampfsports und umfasst eine Vielzahl verschiedener Stile. Daher gibt es keine vorgegebene Regelung bezüglich Gürteln, Ausbildung oder Kleiderordnung. Zum Erlernen des traditionellen Taiji gibt es allerdings zwei empfehlenswerte Wege: zum einen das Duan-System, zum anderen die Lehrausbildung.
Duan-System und Lehrausbildung können nach Belieben kombiniert oder auch einzeln absolviert werden. Grundsätzlich überwiegen zwar in der Lehrausbildung die theoretischen Aspekte und die Lehr-Methodik, die vermittelten Inhalte sind aber in groben Zügen dieselben wie im Duan-System. Das Duan-Prüfungssystem gilt übergreifend für alle Stilrichtungen des Taiji, ist allerdings nicht für Menschen gedacht, die Taiji nur oberflächlich kennenlernen wollen.

„Duan“ ist das chinesische Wort für „Meilenstein“, ein Meilenstein auf dem Weg des Taiji: Ein Duan ist vergleichbar mit einem „Gürtel“ in anderen Kampfsportarten. Das System umfasst neun Duans, die in drei Stufen unterteilt werden: Grundstufe (1.-3. Duan), Mittelstufe (4.-6. Duan) und Oberstufe (7.-9. Duan). Grund- und Mittelstufe sind die Praxisstufen, die jeweils mit einer praktischen Prüfung abgeschlossen werden. Die Oberstufe ist dagegen eine Ehrenstufe; es wird keine Praxisprüfung abgelegt, die Duans werden nach Erfahren und Erleben erworben.

Anders als beim Schattenboxen als Boxtraining widmet sich Taiji auch der geistigen Ebene und den inneren Kräften. In der Grundstufe (1.-3. Duan) liegt der Schwerpunkt auf der sichtbaren Kraft (richtiges Durchführen der Bewegungen), die 4. bis 5. Duans behandeln die unsichtbare Kraft (Erlernen der Bewegungsprinzipien). Im 6. Duan steht dann die formlose Kraft (Gefühle und Intuition) im Mittelpunkt. Somit dominiert bei Duan 1 bis 5 die körperliche und bei Duan 6 die geistige Komponente. Erlernt werden kann das Schattenboxen bzw. Taiji in Wochenendlehrgängen, aber auch in wöchentlichen Kursen in städtischen Sportvereinen, Volkshochschulen oder speziellen Lehrveranstaltungen.

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