Kung Fu bedeutet auf Chinesisch eigentlich "harte Arbeit". Da der Begriff dem kantonesischen Sprachraum entstammt, wird er in China selbst recht wenig gebraucht. Aber durch nach Amerika ausgewanderte Chinesen aus diesem Raum hat sich der Begriff in Amerika und Europa gehalten. Es gibt viele verschiedene Kampfstile, die sich alle auf zwei Ursprungsorte zurückführen lassen: das Shaolin Kloster und die taoistischen Mönche aus den Wudang Bergen. Alle Kampfstile haben nicht nur und vor allem nicht vorwiegend die Aufgabe zur Selbstverteidigung, sondern erfassen vielerlei Aufgaben, getreu dem chinesischen Ganzheitsprinzip. So dienen sie der Fitness, der Meditation, der Gesundheitspflege vorrangig und kennen den Kampf mit und ohne Waffen.
Erste Quellen weisen das Kung Fu bereits um 2500 v.Chr. nach, als in der Zeit der „Yellow Emperor“. In den Schülerstufen kann man den gelben und grünen Gurt erwerben, wenn man bestimmte Techniken beherrscht. In der Phase der Instruktoren Assistenten Stufe trägt man den blauen Gürtel. Wenn man selbst Instruktor ist, trägt man den braunen Gurt, der in vier Stufen, d.h. mit unterschiedlichen Waffen und Kampftechniken zu beherrschen ist. In der Lehrerstufe erwirbt man den Dan 1 bis 5, in der Meisterstufe den Dan 6 bis 8 in der Großmeisterstufe den 9. Dan (was schon an Perfektion grenzt) und den 10.Dan.
Grundsätzlich gelten 36 Regeln, die es zu beachten gilt. Sie unterscheiden sich nach 18 "DO's" und 18"DONT's" und enthalten zusammenfassend formuliert Regelungen von Respekt gegen Lehrer und erfahrene Kämpfer, Achtung der Regeln, Selbstbeherrschung durch Bescheidenheit, Konzentration und Entschlossenheit. Auch Charaktereigeneschaften wie ‚zu seinem Wort stehen‘, „aus Fehlern lernen“, liebenswert gegenüber den Lernenden sein, werden dabei ausgeprägt. Ebenso gehört dazu andere auf das richtige Handeln hinzuweisen, selbst respektvoll mit allem Lebendigen umzugehen, die guten Anlagen zu entwickeln und die schlechten auszumerzen, sich in Großzügigkeit und Verlässlichkeit zu üben, mildtätig und offen zu sein, wie auch gerecht und nicht korrumpierbar. Aus diesen positiven Eigenschaften kann man natürlich auch die Gegenteile formulieren, die als zu vermeidende Lebensweisen gelten.
Ausbilden lassen kann man sich an verschiedensten Schulen in Deutschland und im Ausland von Großmeistern. Da die Kampfkünste aus verschiedenen Techniken bestehen, muss man auswählen nach den dabei gewünschten Ausbildungsmöglichkeiten.