Die Sportart Dim-Mak gehört zur fernöstlichen Kampfkunst. Der Begriff kommt aus dem Kantonesischen und bedeutet soviel wie "mit dem Finger drücken". Dabei kommt dem Körper des Gegners mit seinen Nerven- und Schmerzpunkten besondere Bedeutung zu. Der Gegner wird durch das Anvisieren verschiedener Nervenpunkte außer Gefecht gesetzt. Das Studium des Körpers mit seinen verschiedenen Energie- und Druckpunkten ist dabei Voraussetzung für das Praktizieren dieser Kampfkunst. Man spricht auch von einer inneren Kampfkunst, da der Gegner nicht mit bloßen Schlägen abgewehrt wird. Auch die Akupunktur dient hierbei als Hilfestellung. Ein Dim-Mak Kämpfer studiert jeden einzelnen Punkt im Nervensystem und hat sämtliche Erfahrungen mit dem Blutkreislauf und der Lebensenergie. Rund 250 empfindliche Körperpunkte muss der Meister beherrschen. Dabei werden ca. 69 als sehr gefährlich eingestuft, weil sie zu Lähmungen, Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod führen können. Solche Techniken sollten lediglich als Abwehr und nicht zum Angriff eingesetzt werden.
Beim Dim-Mak wird der Fortschritt unter den Praktizierenden in Gürtelgraden gekennzeichnet. Man unterscheidet unter Schüler, Lehrer und Meister. Anhand der Gürtelreife wird das Wissen über die gefährlichen Nervendruckpunkte an die Schüler vermittelt. Ein Weißgurt Beispielsweise, wird langsam an die Techniken herangeführt und nicht mit übermäßigen Informationen überhäuft. Er wird zunächst einfache Handgriffe der Verteidigung lernen. Aber auch Fußtechniken gehören beim Dim-Mak dazu. Die Weißheiten über bestimmte Techniken reifen mit zunehmender Trainingsintensität und Gürtelgraduierung. Auch die geistige Reife wächst mit zunehmenden Gürtelgrad. So wird bei Braungurten die Palette der möglichen Angriffspunkte erweitert. Die Körperbeherrschung nimmt mit zunehmenden Gürtelgrad ebenfalls zu. Dim-Mak Praktizierende müssen für jeden Gürtelgrad Prüfungen ablegen. Je höher die Graduierung, desto mehr wird in den Prüfungen abverlangt. Die Graduierungen umfassen die Gürtelfarben weiß, gelb, orange, grün, blau, braun und schwarz. Die Farbe zeigt demnach den aktuellen Wissensstand des Dim-Mak Kämpfers auf.
Mit Erreichen des 1. DAN, also dem Schwarzgurt, wird das Wissen dann an wissbegierige Schüler weitergegeben. Lediglich der Meister kennt das gesamte Repertoir aller Druck-, Nerven- und sogar eventueller Todespunkte. Nur ihm sollte dieses Wissen vorbehalten sein, denn in den falschen Händen, können solche Kenntnisse beträchtlichen Schaden anrichten. Es wird jedoch Jahre dauern, solche Techniken zu beherrschen und anzuwenden.