Dim Mak ist die Bezeichnung für einen asiatischen Kampfsport, der mit den gleichen Nervenpunkten arbeitet wie beispielsweise die Akupunktur. Hierbei ist das Ziel, jene Nervenpunkte durch gezielte Schläge und Stöße negativ zu stimulieren, wobei der Gegner nicht durch direkten Schaden besiegt werden, sondern vielmehr durch Erscheinungen wie starken Schmerz und kurzzeitige Lähmungen kampfunfähig gemacht werden soll. Einige Techniken sollen sogar zum Tod führen können.
"Dim Mak" bedeutet übersetzt soviel wie "mit dem Finger zeigen/drücken" und "Nervenpunkt". Dieser Kampfsport verlangt vom Anwender einiges Wissen; zum Einen muss er über das menschliche Nervensystem und die Beeinflussungsmöglichkeiten dessen informiert sein, zum Anderen über den Blutkreislauf. Weiterhin sollte er über den Fluss der Lebensenergie, dem sogenannten "Chi", im Körper Bescheid wissen. Diese drei Voraussetzungen werden auch die "drei Säulen des Dim Mak" genannt. Das Dim Mak beruht darauf, die Aktionen des Gegner zu beobachten und solange nichts zu tun, bis der Gegner einen Fehler macht - und dann erst zuzuschlagen.
Das Dim Mak ist eine sehr alte, doch eigenständige Kampfkunst; entwickelt wurde es weitestgehend durch den daotischen Mönch Chang Sang-Feng, der von 1279 bis 1368 lebte. Sang-Feng wusste über die bekannten Vitalpunkte, die bei der Akupunktur angewendet wurden, und er wusste auch, dass die Stimulierung einiger dieser Punkte negative Auswirkungen hatte; da er als Mönch bereits verschiedene Kampfkünste beherrschte(u.a. die bekannte Kampfkunst der Shaolin), forschte er in dieser Richtung nach. Das Ergebnis seiner Nachforschungen äußert sich in eine Teilung der Kampfkunst in die innere und die äußere Richtung: Die äußere Richtung beschreibt allgemein die Stärkung und Abhärtung des Körpers, der Muskeln, der Knochen, die Anwendung bestimmter Atemtechniken und die Vereinigung von Sanftheit und Härte beim Zurückweichen als Reaktion auf einen gegnerischen Angriff. Die innere Richtung hingegen beschreibt das Wissen über den Chi-Fluss im eigenen Körper, und wie man ihn beeinflussen und für sich nutzen kann.
Der Legende nach wurde Sang-Feng durch einen Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich zu seinen Untersuchungen inspiriert; der Kranich musste sich stets selbst unterbrechen, um zielen zu können, während die Schlange in einer fließenden Bewegung angriff. Daraus entwickelte er seine Prinzipien, nach denen der Chi-Fluss wichtige Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Kampf sein muss. Aus diesen Prinzipien und seinem enormen anatomischen Wissen, über das er als Akupunkteur und Kampfkünstler verfügte, entwickelte er letzten Endes das Dim Mak.
Da diese defensive Kampfkunst sehr komplex ist und viel Grundwissen über menschliche Anatomie, viel Erfahrung mit Kampfkünsten und große Präzision und Körperbeherrschung verlangt, wird sie meist nur von erfahrenen Kampfkünstlern ausgeübt. Die Effektivität des Dim Mak wird jedoch von manchen bezweifelt, da es sehr schwierig sei, während eines Kampfes die sehr kleinen Nervenpunkte präzise finden und treffen zu können; noch dazu seien viele von ihnen scwer zugänglich. Allerdings wird genau aus diesem Grund das Dim Mak nur von erfahrenen Kampfkünstlern ausgeübt.