Geschichte des Eisenhemd Qi Gong

Eisenhemd Qi Gong ist eine Praktik, die insbesondere von den Shaolin-Mönchen seit der Liang Dynastie im sechsten Jahrhundert praktiziert wurde. In dieser Epoche hatte Da Mo eine Abhandlung über die gezielte Muskel- und Sehnenveränderung durch Qi Gong geschrieben. Dieses Konzept machte Kampfkunstübungen noch effektiver. Qi Gong wurde nun gezielt genutzt, um das Kraftpotential von Muskeln vor allem in den Gliedmaßen zu verbessern. Dieses Training gehört damit zu dem Wai Dan Qi Gong, dem sogenannten äußerlichen Elixier, oder äußeren Stil (Wai Jia) sowie zu den harten Übungen (Ying Gong) innerhalb der Kampfkünste.

Über mehrere Jahre hinweg unterzogen sich Kampfmönche täglich zehn oder mehr Stunden diesen besonderen Übungen, die nicht nur der Stärkung, sondern speziell auch der Abhärtung dienten. Zum nachhaltigen Abhärten des Körpergewebes mit Schlägen wurden Bambusstöcke, Eisenruten oder mit Marmorsteinen bzw. Eisenkugeln gefüllte Säckchen als Effektbeschleuniger benutzt. Angestrebt wurde die Stärkung des Körpers, um im Nahkampf weniger verletzlich zu sein. Durch das Eisenhemd Qi Gong wurde die Körperstruktur ähnlich einem Krafttraining gezielt aufgebaut. Heute ist dieses Prinzip in die Klopfmassage mit Gummiknüppeln übergegangen.

Mit der gezielten Beanspruchung bzw. der Anspannung und Entspannung bestimmter Körperregionen sammelt sich Blut, und damit das Qi in den Muskelpartien. Aber auch die Sehnen, das Bindegewebe und die Haut werden genauso gestärkt wie die Knochen und die inneren Organe. Es geht in erster Linie darum, Kraft im Körper zu verankern, indem über das Anfüllen des Körpers mit der Qi-Energie die Muskeln expandieren. Ausgehend vom Schutz des Körpers gegen die schmerzhaften Effekte von Schlägen und Tritten dient eine Variante des Eisenhemd Qi Gong dazu, Körperteile wie Kopf, Augen und Hoden durch Einziehen unempfindlich zu machen: diese Variation wird Jin Zhong Zhao oder die Goldene Glocke genannt.

Eisenhemd Qi Gong baut nicht nur Kraft auf, sondern vermindert auch die Verletzungsgefahr. Innere Organe und Drüsen, die das Qi, also die Lebensenergie produzieren, waren die Schwachstellen, auf die im Nahkampf fokussiert wurde, um den Gegner mit gezielten Schlägen zu schwächen. Die Stärkung derselben war also der beste Schutz vor einer Niederlage. Mit dem Aufkommen von sogenannten Distanzwaffen (wie beispielsweise Pistolen und Gewehre), ist die Notwendigkeit eines solchen Körpertrainings hinfällig geworden.

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