Geschichte des Karate

Begonnen hat alles in Okinawa. Die Insel, die zwischen Japan und China liegt gilt als Ursprung der fernöstlichen Kampfkunst Karate. Da die Insel zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichem Einfluss stand - Mal unter japanischen, dann wieder unter chinesischem - konnten sich Elemente der Kunst der Samurai mit dem chinesischem Boxen vermischen. Als die Insel dann wieder unter japanischer Kontrolle lag, war der Besitz von Waffen strengstens untersagt, was sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass die Bewohner, die sich vor den japanischen Besatzern schützen wollten, effektive, waffenlose Kampftechniken entwickelt haben. Dabei wurde es im Geheimen geübt und nur von Meister zu Schüler weitergegeben.

So hat sich im Laufe der Zeit auch der Kampfsport Karate gebildet. Genannt wurde diese Kunst aber zunächst nicht Karate, sondern Okinawa-te. Dieser Name ist nicht nur auf die Insel zurückzuführen, sondern auch auf den Einsatz der Hände bei dieser Technik. Durch einen regen Austausch mit China wurde diese Kunst immer mehr perfektioniert. Auch in Japan verbreitete sich Okinawa-te. Dazu trug vor allem ein Aufleben der alten Kampfkünste Japans bei. Um 1900 entdeckte man dann, dass diese Kunst einen großen Wert für die Erziehung haben könnte und führte sie in die Schulen ein. Dort erhielt sie auch den Namen Karate und fand eine rasante Verbreitung innerhalb Japans. So schaffte es Karate auch an die Universitäten, wo es für körperliche Ertüchtigung und einen Ausgleich zum Lernen sorgte.

Von dort eroberte Karate nach dem 2. Weltkrieg dann die ganze Welt. Aufgrund der amerikanischen Besatzung des Inselstaates fand Karate seinen Weg als Sportart zunächst nach Hawaii und in die USA, um von dort in den 50er und 60er Jahren auch rasch nach Europa zu gelangen. In Paris wurde 1954 der erste Verband auf europäischem Boden gegründet. 1961 wurde dann auch in Deutschland ein Verband begründet, aus dem später der Deutsche Karate Bund hervorging. Dabei ist Shōtōkan der meist verbreitete Karatestil in unserem Land. Funakoshi, ein alter Meister, der im Karatesport große Bedeutung hat und aus dessen Schule sich dieser Name ableitet, lehnte zwar die Versportlichung und Institutionalisierung dieser hohen Kunst ab, trotzdem wird in Deutschland Karate vor allem in Wettkämpfen als Sportart begangen.

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