Die Leistung eines Mannes
Die Geschichte des Taekwondo ist ebenso langwierig, wie sie fast in Vergessenheit geraten ist. Dass diese Technik heute überhaupt existiert ist im Prinzip den Leistungen eines einzigen Mannes zu verdanken.
Historisch
Das Gebiet des heutigen Korea war im ersten vorchristlichen Jhd. in drei Reiche unterteilt. Das kleinste von ihnen, Silla, entwickelte den Ursprung des heutigen Taekwondo.
Die dort lebenden Soldaten wurden nicht nur in den üblichen Kampffertigkeiten mit Schwert, Speer und Bogen unterwiesen, sondern auch in geistiger und körperlicher Disziplin, die in zwei Arten unterschiedlicher Kampfkünste gipfelte: dem Soo Bak Gi, dem reinen Faustkampf und dem Taek Kyon, dem reinen Trittkampf.
Diese Techniken blieben über jahrhunderte erhalten und sorgten für den großen Ruhm ihrer Anwender, die damit oft in hohe Positionen gehoben worden.
Ab 1392 etwa gerieten diese Künste in Vergessenheit und wurde mit der japanischen Besatzung 1909 vollkommen verboten. Nur einige wenige Meister beider Künste gaben ihr Wissen im Geheimen weiter.
Der Gründer
Choi Hong-Hi, der 1918 geboren wurde, ist der offizielle Gründervater des Taekwondo. Schon als Kind hatte er Schwierigkeiten mit der japanischen Herrschaft und wurde sogar von der Schule verwiesen.
Von seinem Vater wurde er zu einem Meister der Kaligrafie geschickt, damit dieser ihm half, sein Temperament zu zügeln. Dieser bemerkte bald die schlechte gesundheitliche Verfassung seines Schülers und ließ ihn heimlich Taek Kyon lernen, um seinen Körper zu kräftigen.
1938 dann wurde Choi Hong-Hi nach Japan gesandt, um dort seine Ausbildung abzuschließen und lernte dort die Kampfkunst Karate kennen und meistern.
Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde er von Japan eingezogen und in Nordkorea stationiert, wo er später des Verrats angeklagt und ins Gefängnis geworfen wurde. Man beschuldigte ihm, mit dem dortigen Widerstand zu paktieren.
Mit der Befreiung Koreas verschrieb er sich dem Ziel, die koreanischen Künste wiederzubeleben und in die neue Zeit zu retten. Er entwickelte in den folgenden Jahren immer neue Techniken und verband dabei Grundlagen des Karate mit der Disziplin aus dem Taek Kyon und brachte dies den Soldaten bei.
Am 11. April 1955 wurde offiziell der Name Taekwondo geprägt, nach einem Vorschlag von Hong-Hi selbst.
Seit 1966 existiert die INTERNATIONAL TAEKWON-DO FEDERATION (ITF).