Bei uns noch relativ unbekannt, hat die Kunst des Tongbeiquan, auch die Kraft der Affen genannt, in China schon eine über Jahrhunderte währende Tradition. Doch auch in Deutschland findet diese Kampfkunst, die zu den Inneren Kampfkünsten gehört, immer mehr Anhänger. Im Gegensatz zu den Äußeren Kampfkünsten, die vor allem auf die Entwicklung von Muskelkraft und Geschicklichkeit abzielen, ist die daoistische Idee Grundprinzip der Inneren Kampfkünste. Diese sagt aus das Hartes durch Weiches besiegt werden kann, weil kein direkter Widerstand entgegengesetzt wird. Sie setzen also auf eine optimale Nutzung des Körpers im Einklang mit dem Geist. Innere Kampfkünste gehören daher zu den effektivsten Kampfsportarten.
Tongbeiquan gehört zu den ältesten Inneren Kampfkünsten. Wobei die wirkliche Geschichte dieses Kampfsports sehr umstritten ist. Sinngemäß übersetzt bedeutet Tongbeiquan: "den Rücken oder die Schultern öffnen bzw. verbinden" Nach der am gängigsten Ursprungsgeschichte über die Entstehung des Tongbeiquan, würde diese Kampfkunst im 10. Jahrhundert von dem Dao ist Chen Tuan, teilweise auch Fu Yaozi genannt, begründet. Regionale Bekanntheit erlangte Tongbeiquan laut historischen Quellen schon im Jahr 1372 in Shanxi, einer chinesischen Provinz. Namentlich und vor allem öffentlich in ganz China bekannt, wurde der Sport aber erst sehr viel später, nämlich ca. 1000 Jahre nach dessen Gründung. Diese plötzliche Popularität Anfang des 19.Jahrhunderts war vor allem durch Lu Yunqing und seinen Schüler Qi Xian begründet.
Die Bewegungen des Kampfsports Tongbeiquan lehnen sich stark an die natürliches Bewegungen des Tierreichs an. So ahmt der Stil des Tongbeiquan unter anderem die Bewegungen des Gorillas, der Katze oder auch des Adlers oder des Kranichs nach. Generell hat sich während der geschichtlichen Entwicklung folgende 3 Abschnitte heraus kristallisiert. Dabei unterscheidet man zwischen Schrittübungen (Xing Bu), Formen und Schlagtechniken (Dan Chao). Das Dan Chao gliedert sich in 24 verschiedene Schlagtechniken. Durch diese soll das Freisetzen von Innerer Energie trainiert werden. In Kombination zu den Schlagtechniken, werden die sogenannten Schrittübungen geübt, welche in zwei Phasen aufgeteilt sind. Angefangen wird mit langsamen Übungen, bei denen es vor allem auf richtigen Energiefluss und Stand ankommt. Die zweite Phase umfasst die Kombination mehrerer Schritte, aus der am Ende eine Serie von Schlägen und Angriffsformen entsteht.
Angesporntes Ziel aller Trainingsphasen ist es dabei immer bei allen Bewegungen Körper und Geist in Einklang zu bringen und so natürliche und entspannte Bewegungen zu erreichen