Geschichte des Wing Chun

Beim Wing Chun handelt es sich um einen südchinesischen Stil der Kampftechnik Kung Fu. Dieser hat sich wahrscheinlich aus dem Shaolin Kung Fu entwickelt und ist, der Legende zufolge, der einzige Kung- Fu- Stil, der von einer Frau entwickelt wurde. So soll die Nonne Ng Mui entschlossen gewesen sein, ein der Shaolin- Kampfkunst der Mönche ebenbürtiges Kampfsystem für körperlich Unterlegene, also zum Beispiel Frauen, zu entwickeln. Ihr Wissen soll sie vor ihrem Tod an ein Mädchen weitergegeben haben, da sich gegen einen Kämpfer zur Wehr setzen musste, der sie immer wieder bedrängte. Die frühesten geschichtlichen Erwähnungen des Win Su stammen aus dem 19. Jahrhundert. Ob die Kampfkunst erst zu dieser Zeit entstanden ist oder tatsächlich jahrhunderte alte Wurzeln in den Kampftechniken der Shaolin- Kloster hat, lässt sich heute nur noch schwer feststellen.

Beim Wing Chun geht es im Gegensatz zu anderen Techniken nicht darum, eine möglichst große Kraft zu entwickeln, sondern es wird versucht, die Kraft des Gegners aufzunehmen und gegen diesen selbst einzusetzen. Da eine Ausbildung im klassischen Shaolin Kung Fu eine Ausbildungs- Zeit von mindestens 18 Jahren erforderte, und das bei täglichem intensivem Training, wurde das Wing Chun als eine Kampftechnik entwickelt, die leicht zu erlernen sein sollte, gleichzeitig aber alle Fähigkeiten vermitteln würde, um sich effektiv gegen einen Angreifer zur Wehr zu setzen. Das neue Wing Chun sollte eine Art All- Round- Kampfsystem sein, mit dem es möglich ist, jeden erdenklichen Angriff abzuwehren, unabhängig von der Stärke und dem angewandten Kampfstil des jeweiligen Gegners. Dabei wurde ein Mittelweg zwischen einer harten und einer weichen Kampfkunst eingeschlagen; heute wird das Wing Chun jedoch meist als eher weiche Technik eingestuft. Grundsätzlich beginnt jeder Schüler, der sich im Wing Chun ausbilden lässt, mit weichen Übungen und wird erst später, wenn sein Gefühl für den Druck und die Impulse des Gegners besser ausgebildet sind, an härtere Techniken herangeführt.

Das Wing Chun verzichtet auf alle akrobatischen Techniken, da es ausschließlich um die Erlernung effektiver Methoden geht. Besonders typisch für diese Kampfkunst sind gleichzeitig ausgeführte Bewegungen - entweder von mehreren Formen der Verteidigung (z.B. gleichzeitige Ausführung von Punch und Kick) oder von Verteidigung und Angriff.

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