Kalarippayat ist eine Form der Kampfkunst, welche ihre Ursprünge in Südindien hat und bereits seit ungefähr 6000 Jahren existent ist. Dieser Sport ähnelt in seinem Konzept und den Grundzügen anderen asiatischen Kampfsportarten, welche dadurch Alternativen zu diesem Sport darstellen. Der historische Hintergrund beruht auf der Vorbereitung der Krieger auf den Kampf durch absolute Körperkontrolle und Perfektion der Wahrnehmung. Dies ist heutzutage immernoch Basis der Kampfkunst, welche deshalb besonders für disziplinierte und konzentrierte Menschen geeignet ist. Zwar ist die Ausbildung gegenwärtig, besonders im europäischen Raum, nicht mehr diesem Zweck gewidmet, doch sollte der Schüler sich des Hintergrundes bewusst sein und diese Philosophie kennen.
Kalarippayat beinhaltet zum einen Kampfsport, welcher auch mit traditionellen Waffen ausgeführt wird. Da der Sport eigentlich als waffenlos bezeichnet wird, sind diese nicht dringend notwendig, können aber durchaus angewendet werden. In der Regel wird das Training mit Holzwaffen begonnen und in der fortgeschrittenen Praxis durch tödliche Waffen wie Schwert und Schild erweitert. Die Kontrolle des eigenen Körpers zu erlernen und zu verbessern ist ein substantieller Aspekt der Kampfkunst und wird durch gezielte Schlag-, Tritt- und Sprungübungen trainiert. Kalarippayat beinhaltet außerdem Yoga-Übungen und ist verbunden mit dem Kalari und Hatha Yoga. Dieser Part des Sportes zielt auf die Verbesserung und Entwicklung der Wahrnehmung, Konzentration und der Sinne ab.
Dieser Sport ist sehr komplex und umfasst diverse Praktiken und Übungseinheiten, welche teilweise auch wieder Ursprung anderer verwandter Techniken geworden sind. Zum Beispiel beinhaltet Kalarippayat auch die 107 Vital- oder Marmapunkte, welche durch den Kampf (schlagen, treten ect.) gezielt erlernt werden. Andererseits steht dies auch im Zusammenhang mit der Kalarippayat-Massage, auch Gurukkal genannt, welche besonders bekannt ist durch das Laufen auf dem Rücken der zu behandelnden Person.
Um im Kalarippayat ausreichend und kontinuierlich ausgebildet zu werden, ist ein wöchentliches Training mit durchschnittlich zwei Einheiten ausreichend. Durch die Balance zwischen körperlichen und mentalen Übungen kann durchaus auch öfter trainiert werden. Allerdings ist Kalrippayat durch seine Vielfalt und Präzision schwierig alleine zu erlernen, unter anderem da Partnerübungen ein wichtiger Bestandteil sind. Besser geeignet ist Gruppentraining mit einer ausgebildeten und erfahrenen Person als Lehrmeister.