Pankration gilt als die Mutter aller waffenlosen Kampfsportarten und taucht in der Mythologie erstmals im Kampf Theseus´gegen den Minotaurus auf. Es entwickelte sich im alten Griechenland aus der Verbindung von Box - und Ringkampf, bedeutet übersetzt "Allkampf" und war eine Disziplin der Sommerspiele seit ca. 650 v. Chr. mit dem Ziel, den komplettesten Kämpfer zu finden.
Der Kampf kannte praktisch keine Regeln, außer dem Eindrücken der Augen und Beissen war alles erlaubt. Mit einer Kombination von Schlägen, Hebeln, Tritten und Würgegriffen sowohl im Stand als auch am Boden versuchten die mit Sand und Öl eingeriebenen Kontrahenten (Pankratiasten), die mit bloßen Händen, also ohne Bandagen kämpften, den Gegner zur Strecke zu bringen. Der Kampf endete entweder durch Aufgabe, K.O. oder dem Tod. Der Sieg wurde von Schiedsrichtern zugesprochen, manchmal auch aufgrund des aufopfernden Kampfes dem Unterlegenen, ja sogar toten Kämpfer. Es gab legendäre Sportler, wie Theogenes aus Thassos, der mehrmals die Kämpfe bei den Sommerspielen gewann. Pankration war unglaublich brutal, es gab zahlreiche Opfer, die dabei starben oder als lebenslange Krüppel den Kampfplatz verließen.
Aufgrund der Regellosigkeit und Brutalität ist es nicht gelungen, Pankration in der Neuzeit als Disziplin der Sommerspiele zu erhalten oder sie überhaupt als reguläre Wettkampfsportart weiterzuführen. Es gibt aber direkte Nachfolgesportarten wie das Vale Tudo, das seinen Ursprung in Südamerika hat und sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreute und als Vorläufer der Mixed Martial Arts (MMA) gilt, wobei beim Vale Tudo auch Ellbogen - und Kopfstöße erlaubt waren und die Kämpfer den Kampf alleine entschieden.
Die MMA sind daher ebenfalls direkte Nachfolger des Pankration, auch hier sind praktisch alle Techniken erlaubt außer Beissen, Drücken auf die Augen Reissen an Haaren, Ohren und Nase sowie Kopfstößen. Ziel ist es, den Gegner, wie beim Pankration, kampfunfähig zu machen oder zur Aufgabe zu zwingen. Die Sportler sind heutzutage auf die MMA spezialisiert und trainieren sowohl Standtechniken aus dem Thaiboxen oder Judo als auch Techniken des Bodenkampfes wie Ringen oder Jiu Jitsu, die Kämpfe werden je nach Veranstaltungstyp zeitlich limitiert und enden nicht wie beim Pankration nur durch Aufgabe, Tod oder Sonnenuntergang.