Schwertkunst ist eine Kampfsportart, die aus dem Mittelalter stammt. Damals war sie in den meisten Schlachten die gängige Form des Kampfes. Die moderne Schwertkunst greift nun diese alte Tradition wieder auf und will ihre Schülern den richtigen Umgang mit einem Schwert lehren. Ziel ist es heute jedoch nicht mehr, mit dem Gegner einen Kampf um Leben und Tod zu führen. Im 21. Jahrhundert geht es ausschließlich um ein sportliches Kräftemessen, bei dem niemand verletzt werden soll. Ziel des Kampfes ist es, seinen Gegner mit möglichst geringer Anstrengung kampfunfähig zu machen, ohne ihm Verletzungen zuzufügen.
Im Mittelalter waren die Schwerter sehr wertvoll und durften im Laufe eines Kampfes auf keinen Fall unbrauchbar gemacht werden. Diese Tradition findet sich auch heute in den sportlichen Kämpfen wieder. Noch immer werden die Schwerter mit so viel Bedacht einsetzt, dass sie während des Wettkampfes geschont werden und die wertvollen Klingen nicht zerstört werden. Die europäische Schwertkunst besteht aus den Disziplinen Harnischfechten und Bloßfechten. Der Begriff Harnischfechten bezeichnet den Kampf mit voller Schutzausrüstung. Früher waren dies die bekannten Ritterrüstungen, heute gibt es moderne Varianten, die mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen. Bei der Disziplin Bloßfechten handelt es sich um den Kampf ohne Schutzbekleidung. Zu dieser Form gehört auch der Kampf vollkommen ohne Waffen. Dieser wurde entwickelt, um den Rittern ein Überleben auch nach dem Verlust ihres Schwertes zu sichern. Die Techniken der heutigen Schwertkunst gehen auf ein Buch aus dem 15. Jahrhundert zurück. Dieses von Hans Tallhoffer verfasste Werk gibt in drei Bänden einen vollständigen Überblick über den Umgang mit dem Schwert in den verschiedenen Kampfformen und führt in den Gebrauch der verschiedenen Arten von Schwertern ein.
In Europa gibt es zahlreiche Schulen und Lehrer die ihre Schüler die Schwertkunst auf den Grundlagen der Regeln Hans Tallhoffers lehren. Diese Kampfsportart fordert ein intensives Training und es dauert lang, bis sie vollständig beherrscht wird. Auch die Ausrüstung, die aus Schwertern und Schutzkleidung besteht, ist sehr teuer. Sie kann aber in einer entsprechenden Schule geliehen werden. Wer nicht mit den klassischen Schwertern kämpfen will, die noch immer als Mordwaffe dienen könnten, kann alternativ das moderne Degenfechten erlernen.