Varianten des Capoeira

Capoeira, ein Kampftanz aus Brasilien, dessen Ursprünge wohl in Afrika, hauptsächlich Angola zu suchen sind und mit den eingeschleppten Sklaven nach Brasilien kamen. In Afrika heißt der "Tanz" n'gôlos (Zebratanz). Später wurde dieser Kampftanz unter der Bezeichnung Capoeira de Angola bekannt. In der Zeit der Sklaverei war die Kampfkunst verboten und durfte nur heimlich trainiert werden. Wer erwischt wurde, musste mit einer Gefängnisstrafe zwischen 2 und 6 Monaten rechnen. Capoeira, das sind die niedrigen Büsche, die den Kämpfern Sichtschutz boten. Der Kampftanz erfüllt inhaltlich drei unterschiedliche Funktionen auch Ebenen genannt. Den Kampf, die Musik und die Ronda (portugiesisch: Runde), d. h. die gesellschaftliche Runde oder Versammlung , in der der Kampf stattfindet.

Die Bestandteile der Kampftechnik sind: Drehtritte, eingesprungene Tritte und akrobatische Elemente, die gemeinsam ein hohes Maß an Flexibilität erfordern. Begleitet wird der Kampf durch eine Musik, die einem Endlosrhythmus folgt und Gesang. Der Inhalt der Lieder und ihre Texte stammen zum großen Teil noch aus der Zeit der Sklaverei. Erst spät wurde die Technik von Meister Bimba (1899 bis 1974) weiter entwickelt. Er erhöhte das Tempo und kreierte 52 "Figuren" und erläutert die Bauweise der Berimbeau (ein Stock, ein Draht, ein ausgehöhlter kleiner Kürbis), des wichtigsten Begleitinstrumentes des Capoeira. Heutzutage gibt die Berimbeau den Kampfrhythmus an. Früher diente es auf Jahrmärkten eher dazu die Kunden anzulocken.

Capoeira Regional ist eine der beiden wichtigsten Formen des Kampfes. Es ist vergleichsweise die jüngere, lautere, schnellere und direktere Kampfform, während die ältere Form, das Capoeira de Angola (hauptsächlich in der Gegend um Bahia ausgeübt) langsamer und melancholischer ist. Diese Langsamkeit dient nur zur Tarnung und Täuschung des Gegners. Urplötzlich und ehe der Gegner richtig reagieren kann, folgen blitzartig die Angriffe.

Mit Tritten (hoch) und Schlägen dürfen Treffer erzielt werden. Man darf den Partner auch umwerfen, was mittels Fußfegern (vgl. Judo) und Stößen geschieht. Verletzungen des Gegners sind ausdrücklich nicht das erklärte Ziel. Der Kämpfer der traditionellen Capoeira Angola Methode ist Stil bewusst. Deshalb tritt der Kämpfer auch nie mit nacktem Oberkörper oder barfuß auf. Im Gegenteil oftmals gehören Anzüge und Schuhe zur Kampfausrüstung der Angoleiros. Fintas (Tricks) und Malicias(Schlitzohrigkeiten) gehören dazu.

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