In der Kampftechnik Arnis wird grundsätzlich zuerst die Selbstverteidigung mit Waffen und dann der Kampf ohne Waffen erlernt. Alle Schüler beginnen dabei mit einem Training, in dem Stöcke zum Einsatz kommen, die etwa 70 cm lang und aus Rattanholz gefertigt sind. Dabei werden entweder Doppel- oder Einzelstocktechniken trainiert. Anschließend lernen die dann fortgeschrittenen Schüler andere Aspekte der Kampfkunst, bei denen ebenfalls die erlernten Prinzipien aus dem Stockkampf zum Einsatz kommen.
Bei den heute unterrichteten Variationen wird zwischen dem sogenannten Classical und dem Modern Arnis unterschieden. Beim klassischen Arnis handelt es sich, wie schon der Name sagt, um die ursprüngliche Variante dieser Kampfkunst, während beim modernern Arnis viele Techniken weiterentwickelt wurden. Insbesondere wurden in dieser Richtung die Prinzipien des klassischen Arnis auf die Anwendung von alltäglichen Gegenständen und von Stöcken übertragen.
Schon äußerlich erkennt man diese beiden Formen des Arnis und kann sie leicht unterscheiden. So sind die Bewegungen des klassischen Arnis meist rund und flüssig, teilweise sogar anmutig, während das moderne Arnis geprägt ist von eher eckigen Schlagtechniken. Bei diesen ist wichtig, dass die jeweils verwendete Waffe nach Ausführung eines Schlages möglichst schnell wieder in die ursprüngliche Haltung zurück gebracht wird. Der Unterschied im Charakter der Bewegungsabläufe liegt in der Tatsache begründet, dass es beim klassischen Arnis darum geht, den Gegner aufzuschlitzen und sogar zu zerschneiden.
Unterschiede zwischen dem klassischen und dem modernen Arnis gibt es dann vor allem auch bei den verschiedenen Graduierungen, also den Schüler- und Fortgeschrittenen- Graden, die sich an der vom jeweiligen Kämpfer während des Kampfes oder Trainings getragenen Kleidung ablesen lassen.
Beiden Arnis- Varianten gemeinsam ist die Unterrichtung verschiedener essentieller Fähigkeiten. So lernen die Schüler bei beiden Arnis- Richtungen die Verteidigung sowohl gegen bewaffnete als auch gegen unbewaffnete Angreifer sowie verschiedene Formen der Entwaffnung, des Konter und des Gegenkonter. Ein weiteres Ziel ist, das eigene Selbstvertrauen durch die erlernte Selbstverteidiung zu stärken. Unterrichtet werden in beiden Variationen auch Hebel-, Wurf- und Nerventechniken sowie verschiedene Tritte und Faustschläge. Es wird viel Wert darauf gelegt, die Reflexe und die Wahrnehmung zu schärfen und alle Körperbewegungen möglichst gut zu koordinieren. Auch die Schnelligkeit ist bei beiden Arnis- Variationen von großer Bedeutung.