Kung Fu ist heute ein Oberbegriff für die chinesischen Kampfsportarten, der besonders im Westen bekannt wurde, seit Bruce Lee die asiatischen Kampfkünste populär gemacht hat. Die chinesischen Kampfstile haben unzählige andere Systeme des Kampfes beeinflusst oder deren Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht.
Man geht davon aus, dass es mehr als 300 unterschiedliche Stile in China gibt. Traditionell werden diese in nördliche und südliche Kung Fu Stile unterteilt. Die Legende besagt, dass im wasserreichen Süden öfter gerudert wurde und die Arme vieler Leute daher muskulöser entwickelt waren. Im bergigen Norden hingegen war man meist zu Fuß unterwegs und die Beine waren kräftiger. Dies ist der Grund, warum bei den südlichen Stilen eher die kraftvollen Armtechniken und in den nördlichen Stilen die Beintechniken und spektakulären Sprünge überwiegen.
Zu den bekanntesten Kung Fu Stilen zählen heute sicherlich das Shaolin Kung Fu selbst und das Wing Chun. Viele der Übungen aus dem Shaolin haben eigene, alternative Kung Fu Stile hervorgebracht. Hier sind besonders die zahlreichen Tierformen anzumerken, die bestimmte Techniken und Taktiken der Tiere imitieren oder auch Formen, die betrunkene Kämpfer simulieren.
Man geht ebenso davon aus, dass Kung Fu das japanische Karate und koreanische Hwa Rang Do und somit auch Taekwon-Do geprägt hat. Viele der Übungen und Formen sind mittlerweile stark stilisiert oder haben sich in eine andere Richtung entwickelt. Teilweise lassen sich in diesen alternativen Systemen aber dennoch Ähnlichkeiten erkennen.
Kampfkünste, wie das Wing Chun, welches taktile Reize nutzt, um Angriffsenergien aufzunehmen und gegen den Gegner selbst zu verwenden, sind relativ einzigartig und nur im Kung Fu zu finden. Neben dem Wing Chun werden sowohl bei den „Pushing Hands“ im Tai Chi ähnliche Fähigkeiten trainiert, als auch im Bagua Zhang, die aber nicht ganz so komplex sind. Auch Bruce Lee hat in seinem Jeet Kune Do Übungen aufgenommen, die einem Kämpfer diese Techniken lehren. Allerdings war Bruce Lee selbst ein Schüler des Wing Chun Systems und hat seine Übungen weitestgehend an die Methodik angelehnt.
Ein weiterer alternativer, moderner Stil zum Kung Fu ist beispielsweise das Shaolin Kempo. Es ist ebenso auf Techniken des Shaolin zurückzuführen, legt allerdings auch eine Betonung auf die geradlinigeren Bewegungen des Karate.