Variationen des Taikiken

Bei der in Japan in den 1950er Jahren entwickelten Kampftechnik Taikiken gibt es heutzutage zahlreiche Variationen. Im Wesentlichen werden dabei Schulen der inneren und der äußeren Gruppe unterschieden.

Zur inneren Gruppe gehören dabei zum Beispiel Hsing- i- ch´üan, Tai- chi- Chüan und Pa- kua- Chüan. Diese Richtungen betonen die Entwicklung und das Training der spirituellen Seite des Menschen und gelten insgesamt als "weicher" als die der äußeren Gruppe. Das Training in diesen Schulen dauert sehr lange, und eine meisterhafte Beherrschung ist sehr schwierig zu erlangen. Die Schulen der äußeren Gruppe wie zum Beispiel Shao- lin- chüan trainieren dagegen vor allem die Muskeln des Körpers. Die Übungen sind relativ leicht zu erlernen; Ziel ist die meisterliche Beherrschung technischer Fähigkeiten.

In der Taikiken Schule nach Iwama orientiert sich das Training an 6 verschiedenen "Achsen", die jeweils verschiedene Ziele verfolgen. So gibt es unterschiedliche Übungen, bei denen es darum geht, die richtige Körper- Spannung zu erlernen. Dazu zählen Bewegungsabfolgen wie Hai, Yuri, Ritsu Zen und verschiedene Übungen zur verbesserten Koordinations- Fähigkeit und einer verbesserten Statik des Körpers. Manche der Übungen werden dabei betont langsam ausgeführt, um dem Körper zu ermöglichen, so viel Energie wie möglich zu mobilisieren und die verschiedenen Bewegungs- Einheiten so gut wie möglich auf einander abzustimmen.

Daneben wird die korrekte Entspannung des Körpers trainiert, zum Beispiel durch Shinsho, Trennungs- Übungen, die besonders dynamisch und flüssig ausgeführt werden sollen und es erlauben, Energie zu aktivieren und die Ausführung von Bewegungs- Einheiten möglichst unabhängig von einander auszuführen. Die dritte Achse ist die "explosive" Körperarbeit, auch Hakki genannt, mit verschiedenen "explosiven" Übungen mit plötzlichen, Energie freisetzenden Bewegungen. Bei diesen geht es darum, die Kraft der Bewegungen zu optimieren, indem diese so schnell wie möglich ausgeführt werden. Dadurch soll eine natürliche, homogene Körper- Struktur erreicht werden sowie eine größtmögliche Flüssigkeit.

Beim der Ner oder Tanshu genannten Achse werden verschiedene Schattenbox- Übungen ausgeführt. Schließlich wird an der Kooperation gearbeitet, genannt Tui Shu. Typisch für diese "Achse" sind eine "cool contact" genannte Übung, bei der zusammen mit einem Partner experimentiert wird und die äußerst lebhaft ist. Schließlich gibt es das Kumité, bei dem "full contact" zwischen den Kämpfern hergestellt wird.

Copyright © 2012, Jodell - Kampfsport-Portal. All Rights Reserved.