Wushu

Das Wushu setzt sich aus Elementen verschiedener chinesischer Kampfsportarten zusammen. Systeme und Stile der traditionellen Formen wurden im Wushu integriert, wobei der Focus dieses „modernen Wushu“ oft mehr auf publikumswirksamer Akrobatik, auf körperlicher Dynamik und auf vollendeter Körperbeherrschung denn auf traditionelle Abwehrkampftechniken liegt.

Die Bewertung der Wushu-Kämpfer erfolgt über ein mehrstufiges Graduierungssystem, welches vom ersten Duan für den Wushu-Einsteiger bis zum neunten Duan für den Großmeister führt. In dem Maße, wie traditionelles Qui Gong, Meditationen, Religion und Philosophie bei der Ausübung vernachlässigt wurden, stiegen Kritik und Ablehnung des Wushu. Derzeit hat The International Wushu Federation eine Trendwende hin zu den traditionellen chinesischen Kampfkünsten vollzogen, deren zukünftige Auswirkungen interessant sein werden.

Chinesische Kampfkunst hat ihre Wurzeln in der Shaolin Quanfa und der Kunst der daoistischen Mönche. Als Grundvoraussetzung, diese Kunst lernen zu können, muss der unbedingte Wille sowie eine unerschütterliche Hingabe und die Erkenntnis, das Wushu eine Einheit aus Meditation, allumfassender Körperpflege und Kampftechniken ist, vorhanden sein.

Trainiert werden verschiedene Stile:
Der harte, äußere Stil trainiert Geschwindigkeit, Stärke und Geschicklichkeit in der Shaolin-Tradition. Der weiche, innere Stil trainiert Qi, die innere Kraft. Die Lehre entstammt den uralten daoistischen Klöstern der zentralchinesischen Wudang-Berge. Beide Stile verschmelzen im Tai Chi und bedingen einander. Rein körperliche Übungen des äußeren Stils setzen die tiefe Erkenntnis und Ruhe der Meditation voraus. Strömungen des Wushu mit Hauptaugenmerk auf die harten, äußeren Übungen, räumen meditativen Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen, die den Geist beruhigen und das Bewusstsein erweitern, wenig Raum ein.

Beispiel dafür ist das Wing Chun oder Kung Fu, diese Formen sind hierzulande beliebt.
Von den Shaolin abgeleitet sind fünf Kriterien beim Erlernen und Ausführen des Wushu auszuführen.
1. Plötzliche Veränderungen sind zu meiden, Belastungen vorsichtig zu steigern.
2. Intensiv, ununterbrochend und ausdauernd üben, ein ganzes Leben lang.
3. Vegetarisch und mäßig essen, kein Alkohol, keine Ausschweifungen.
4. In der Erkenntnis der Einheit von Leben und Tod immer ruhig und gelassen sein.
5. Erlernte Rituale und die festgelegten Traditionen immer befolgen.
Demnach erfordert Wushu in seinen verschiedenen Formen die unbedingte und alternativlose Hingabe und den ständigen, lebenslangen Prozess des Erlernens.

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